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Alte Sprachen in der Presse

Der "Gießener Anzeiger" berichtet über eine Tagung an der JLU: Zum wissenschaftlichen Austausch über das "Erzählen im antiken Dialog" hat das Institut für Altertumswissenschaften der JLU Gießen internationale Experten auf Schloss Rauischholzhausen eingeladen.

Weiterlesen: https://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/der-antike-dialog-steht-im-fokus-einer-tagung-an-der-jlu-giessen_20030937#


Im Interview mit "ZEIT Campus" berichtet die junge Erfolgsautorin Vea Kaiser, warum sie neben dem Schreiben von Romanen immer noch mit Begeisterung Latein und Griechisch studiert:

Weiterlesen: https://www.zeit.de/campus/2019/02/vea-kaiser-schriftstellerin-autorin-roman-blasmusikpop

 


 

Auch der Schauspieler Christoph Waltz denkt im Gespräch mit der FAZ gern an den Bildungswert der Alten Sprachen - Zitat:  "Ich habe damals auch nicht verstanden, warum ich Latein lernen muss, aber mir wäre es nicht in den Sinn gekommen, deshalb nicht Latein lernen zu wollen. Bloß weil es keiner mehr spricht und es etwas unbequem war. [...]  Es hat Zusammenhänge innerhalb einer Sprache eröffnet, präzises Formulieren, Logik und Disziplin trainiert. Es fordert einen sicherlich stärker heraus, sich durch eine abstrakte Sprache zu quälen, als ein lustiges Youtube-Video abzurufen."

Lesen Sie das vollständige Interview hier: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/christoph-waltz-im-interview-das-ungeloeste-problem-mit-dem-ruhm-16093096.html

 

Tagung: Standards – Margins – New Horizons - Sprach- und Literaturunterricht im 21. Jahrhundert in den alten und neuen Sprachen

fachtagung-latein-englisch-2019-teaser

Die Fächer Englisch und Latein an der Universität Bielefeld laden ein zur Tagung

Standards – Margins – New Horizons
Sprach- und Literaturunterricht im 21. Jahrhundert in den alten und neuen Sprachen

am Donnerstag, 4. April, und Freitag, 5. April 2019, jeweils ab 8.30 Uhr

im X-Gebäude, Raum X-E1-203.

Keynote-Speaker:

Lore Benz (Bielefeld), Gabriele Blell (Hannover), Uwe Küchler (Tübingen), Peter Kuhlmann (Göttingen), Laurenz Volkmann (Jena), Stefan Freund (Wuppertal).

ReferentInnen:

Delaram Bextermöller (Göttingen), Claudia Burger (Frankfurt), Ann-Christin Buttlar (Bielefeld), Dorit Funke (Bielefeld), Vera Elisabeth Gerling (Düsseldorf), Leoni Janssen (Wuppertal), Friederike Kern (Bielefeld), Matthias Korn (Leipzig), Thorsten Piske (Nürnberg-Erlangen), Paula Prescod (Paris), Sophie Maas (Göttingen), Peter Schildhauer (Bielefeld), Marion Schulte (Bielefeld), Anja K. Steinlen (Nürnberg-Erlangen), Johannes Voit (Bielefeld), Carolin Zehne (Bielefeld).

OrganisatorInnen:

Peter Schildhauer, Jochen Sauer, Anne Schröder.

Tagungswebsite:

http://newhorizons2019.wordpress.com/

» Programm zum Download (PDF)

Anmeldung:

http://wwwhomes.uni-bielefeld/whomann/2019-stand.html

Anglistik – British and American Studies

Klassische Philologie – Latinistik

 

Fachtagung in Bielefeld: Augustinus, De civitate Dei

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Der Fachbereich Klassische Philologie (Latinistik) der Universität Bielefeld lädt herzlich ein zu einer Fachtagung zu

AUGUSTINUS (De civitate Dei)

am Samstag, 29. Juni 2019, von 10 – 16 Uhr.

Mit Dorothee Gall (Bonn), Hans-Joachim Häger (Minden/München/Bielefeld), Jörg Trelenberg (Hemer) u.a.

Experten aus Universität und Schule nehmen dieses viel interpretierte staatsphilosophische Werk des Kirchenlehrers und Philosophen Augustinus aus verschiedenen Perspektiven in den Blick.

Die Fachtagung richtet sich insbesondere an LehrerInnen, Studierende und Freunde der Alten Sprachen. Gäste sind herzlich willkommen. EineTeilnehmerbegrenzung besteht nicht, wir bitten aber um Anmeldung.

Informationen zum Programm der Tagung sowie zum Anmeldeverfahren:

http://www.uni-bielefeld.de/lili/studium/faecher/latein/Forschung/projekte/tagung_2019.html

Kontakt: Jochen Sauer ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ), Dorit Funke ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

 

Griechisch in der Zeitschrift "Der Altsprachliche Unterricht"

nav-griechisch-au-teaserDr. Benedikt Simons hat eine aktualisierte Übersicht erstellt über alle Artikel des Altsprachlichen Unterrichts, die das Griechische betreffen. Durch eine übersichtliche Gliederung ist ein gezielter Zugriff möglich.

Folgende Rubriken finden Sie hier:

  • Didaktisches
  • Dichtung
  • Tragödie
  • Komödie
  • Historiographie
  • Philosophie
  • Rhetorik/Reden
  • Kaiserzeitliches
  • Neues Testament
  • Archäologisches
  • Epigraphisches/Numismatisches
  • Rezeption
  • Neugriechisch
  • Diverses
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Einladung zur Mitgliederversammlung des Deutschen Altphilologenverbandes Nordrhein-Westfalen

Zeit und Ort: Donnerstag, d. 26. September, 11.00 – 12.30 Uhr, in der kath. Akademie Die Wolfsburg, Falkenweg 6, 45478 Mülheim an der Ruhr.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Festlegung der Tagesordnung
  2. Bericht des Vorstandes über 2017 – 2019
  3. Bericht der Kassenprüfer
  4. Aussprache über die Berichte und Entlastung des Vorstandes
  5. Wahl des Vorstands für den Zeitraum 2019 – 2021
  6. Anträge an die Mitgliederversammlung
  7. Verschiedenes

Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstands:

Der Landesvorsitzende StD Dr. Nikolaus Mantel tritt nicht erneut für dieses Amt an. Vom Vorstand vorgeschlagen wird der bisherige Stellvertreter OStR Dr. Benedikt Simons.

Im Falle seiner Wahl ist ein neuer Stellvertreter zu wählen. Vom Vorstand vorgeschlagen wird die bisherige Beisitzerin Frau StR‘ Yvonne Staier.

Frau OStR‘ Daniela Kohnz kandidiert erneut für die andere Stellvertretung.

Selbstverständlich hat jedes andere Mitglied des Landesverbandes das Recht, sich um eines dieser Ämter zu bewerben. Der Vorsitzende bittet darum, ihm diese Kandidatur vor der Landestagung anzukündigen. 

Zur Wahl des Vorstands folgt hier § 3 der Landessatzung (vollständig dokumentiert auf der Homepage www.davnrw.de):

Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem Vorsitzer des Landesverbandes und seinen beiden Stellvertretern. Nach Möglichkeit sollen durch die drei Mitglieder des Vorstandes beide Landesstellen vertreten sein. Der Vorsitzer des Landesverbandes führt die Geschäfte in Zusammenarbeit mit den beiden Stellvertretern und beruft auch die jedes zweite Jahr stattfindende Hauptversammlung ein.
Der Vorsitzer des Landesverbandes und seine beiden Stellvertreter werden von den Mitgliedern des Landesverbandes im Rahmen der Hauptversammlung gewählt. Wiederwahl ist möglich.
Der Vorstand hat das Recht, zwei Kassenwarte, einen Schriftführer und den Herausgeber des Mitteilungsblattes des Landesverbandes zu benennen und in den erweiterten Vorstand zu berufen. Bei Stimmengleichheit entscheidet dann die Stimme des Vorsitzers. Der Vorstand kann ferner bei besonderen Gelegenheiten zwei bis vier Berater zu seinen Sitzungen hinzuziehen. Der Vorstand vertritt den Landesverband im DAV; er kann zu diesem Zweck ebenfalls zwei bis vier Berater hinzuziehen.

 

Pressespiegel: Römertag in Bochum

Schülerin des Neuen Gymnasium Bochum gewinnt eine mehrtägige Athen-Flugreise beim Wettbewerb „Aus der Welt der Griechen“

Marielena Sternberg, Schülerin der Lateinklasse 6a des NGB, hat beim landesweiten Wettbewerb „Aus der Welt der Griechen“ den ersten Preis gewonnen. Sie darf mit einer weiteren Person mit Aegean Airlines nach Athen fliegen und dort 4 Nächte in dem „Cocomat Hotel Nafsika Athens“ übernachten.

Sie siegte mit ihrem eindrucksvollen Beitrag zu dem Thema „Auftritt der mythischen Monster“ (Diorama), an dem sie nach eigenen Angaben „die ganzen letzten Herbstferien“ gebastelt hatte. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Eine aufwendig gebastelte Bühne mit zahlreichen griechisch angezogenen Playmobilfiguren, die auf drei illuminierte Monster in ihren Höhlen schauen, die Medusa, den Höllenhund Cerberus und den schrecklich wütenden Minotaurus.

Der seit 1988 vom Neuen Gymnasium Bochum landesweit ausgerichtete Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen. Sie können sich jeweils mit drei Themen der griechischen Antike kreativ auseinandersetzen. In dieser Runde gab es neben den mythischen Monstern noch die Möglichkeit, ein Hörspiel zu einer Irrfahrt des Odysseus zu entwerfen, bzw. ein Quartett mit berühmten griechischen Persönlichkeiten zu erstellen. In der ersten Runde wählen die Schulen in NRW ihre Schulsieger aus, aus denen dann eine Jury für jedes der drei Themen einen siegreichen Beitrag kürt. Nick Cyranek, Max Hagemeyer, Clara Lambertz und Lara Schneider vom Heinrich-Heine-Gymnasium, Mettmann, siegten mit einem sehr lebendigen Hörspiel zu Odysseus‘ Sirenenabenteuer. Clara Hannig und Aglaja Vorona vom Hittorfgymnasium Münster waren siegreich mit einem liebevoll gestalteten Quartett. Sie erhielten jeweils eine echte römische Münze, einen Büchergutschein über 50 Euro und durften statt die Schule alle zusammen das Deutsche Bergbaumuseum Bochum besuchen und - gar nicht antik - gemeinsam Burger essen gehen.

Die Flugreise nach Athen wurde Marielena von einer Vertreterin des Generalkonsulats Griechenlands in Düsseldorf, Frau Vasilikis Lalakou, überreicht. Neben dem griechischen Generalkonsulat unterstützen das Ministerium für Schule und Bildung und der Deutsche Altphilologenverband den Wettbewerb.

Die Preisverleihung fand am Freitag, dem 01.Februar 2019, am Römertag des Neuen Gymnasium Bochum statt. Zum 13. Mal organisierten Schüler, Eltern und Lehrer des NGB die Feier der Antike und luden dazu alle zu einer Zeitreise ein. Zum antiken Ambiente trugen die zahlreichen Schüler des Neuen Gymnasiums bei, die als Legionäre oder in römischen und griechischen Togen die Gäste begrüßten. Sogar ein „echter Römer“ demonstrierte das harte Leben in einer römischen Legion. Für das leibliche Wohl sorgte ein Buffet frischer antiker Speisen und Getränke. Im Haus der Schönheit konnten die Kinder sich wie echte Römer und Griechen ankleiden und frisieren lassen. Bei zahlreichen Bastelaktionen stellten sie u. a. römische Helme, antiken Schmuck und Mosaiktäfelchen her oder beschäftigten sich mit griechischen und hebräischen Schriftzeichen. Im „Gallischen Dorf“ warfen sie mit Asterix und Obelix Hinkelsteine. Beim „Quis millionarius erit?“ testeten sie ihr Wissen über die Antike. Es wurde gemeinsam griechisch getanzt und lateinisch gesungen.

Ansprechpartnerin:

Dr. Susanne Aretz (Studiendirektorin und Fachleiterin für Latein und Griechisch) 0234 3849775 oder 01702808326,  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Stellungnahme zum Duisburger Modell bzw. zur Bewertung der Übersetzungsleistung in LEÜ (überarb. Entwurf)

(I) Allgemeines

Das Leitziel des Lateinunterrichts ist die Befähigung zur historischen Kommunikation. Im Zentrum stehen lateinische Originaltexte -> Texterschließung ist die Voraussetzung durch mikroskopische Textarbeit (Lesen und Verstehen). Beim Übersetzen geht es darum, den Text vollständig, zielsprachenorientiert und unter Berücksichtigung des historischen Kontextes sowie der Intention des Autors im Deutschen wiederzugeben, es geht hierbei also nicht um eine Paraphrase (den Textinhalt mit eigenen Worten unter Wahrung der Informationsreihenfolge wiedergeben: vgl. Operatoren).

Vergleich Bewertung Latein – moderne Fremdsprachen

  • Moderne Fremdsprachen: inhaltliche Leistung – sprachliche Leistung bzw. Darstellungsleistung im Verhältnis 40:60 -> festgelegt
  • der Ansatz, die inhaltlich-sprachliche Textkompetenz im Fach Latein angemessen zu berücksichtigen, ist sinnvoll und nachvollziehbar
  • entscheidend ist jedoch, wie das konkret gelingt.

Bezüge zu den aktuell gültigen KLP Sek. I/II

  1. Vgl. KLP Sek. I S. 66, Sek. II S. 44 „Der Grad der Übersetzungskompetenz zeigt sich am nachgewiesenen inhaltlich-sprachlichen Textverständnis.“
  2. Vgl. KLP Sek. I S. 66 „Bei der Korrektur ist die Fehlerzahl dafür ein wichtiger Indikator. I.d.R. kann die Übersetzungsleistung dann ausreichend genannt werden, wenn sie auf je 100 Wörter nicht mehr als 12 ganze Fehler enthält.“
  3. Vgl. KLP Sek. II S. 44 „Zur Ermittlung der Übersetzungskompetenz sind sowohl besonders gelungene Lösungen zu würdigen als auch Verstöße und Grad der Sinnentstellung festzustellen.“
  4. Vgl. KLP Sek. II S. 44 „Die Note ausreichend (05 Punkte) wird erteilt, wenn der vorgelegte Text in seinem Gesamtsinn und seiner Gesamtstruktur noch verstanden ist. Davon kann i.d.R. nicht mehr ausgegangen werden, wenn die Übersetzung auf je hundert Wörter des lateinischen Textes mehr als 10 Fehler aufweist.“

(II) Duisburger Modell

Das Duisburger Modell wurde vom Duisburger Arbeitskreis aus Marina Keip, Thomas Doepner, Stephanie Kurczyk und Godehard Hesse entwickelt und nach einer Vorstellungsrunde in Gegenwart des Fachdezernenten Dr. Wilfried Bentgens, der es unterstützt, im AU 4+5/17 publiziert. („Würdigung und Sinnverständnis – Kompetenzorientierte Übersetzungsbewertung nach dem Duisburger Modell“, S. 60-69). Der Teilnehmerkreis der Vorstellungsrunde wird in Anm. 11, S.67, vorgestellt.

Bislang ist das Modell noch nicht verbindlich.

Folgende Überlegungen haben die Erarbeitung geleitet:

  • die Festlegung einer Übersetzungsleistung, die dem Vermögen von Schülern angemessen ist und Erkenntnisse der Übersetzungswissenschaft aufnimmt,
  • der Vorrang des Textverständnisses vor der Summe der sprachlichen Verstöße,
  • die stärkere Einbeziehung gelungener Passagen in die Urteilsfindung.
  • Schritt 1 „Textverständnis ABC“

Modell: Es ist grundsätzlich sinnvoll, zunächst den Grad des Textverständnisses einzustufen:

  1. A: Textsinn vollständig oder überwiegend vollständig erfasst
  2. B: Textverständnis im Allgemeinen vorhanden, aber mit Einschränkungen
  3. C: Textsinn nicht erfasst

Entscheidend ist in diesem Kontext, einen entsprechenden Erwartungshorizont zu konzipieren, der deutlich abstuft zwischen einem fundiertem Textverständnis (vgl. A), einem allgemeinen Verständnis (vgl. B) und ab wann der Textsinn in seinem Gesamtsinn nicht mehr erfasst ist (vgl. C). In diesem Kontext sind die von Klaus Brinker genannten Faktoren Kohärenz, kommunikative Funktion und thematische Progression zentral.

  • Schritt 2/3 „Kontrolle der inhaltlich-sprachlichen Textkompetenz/ Analyse fehlerhafter Lösungen: Erst-, Folge-, Wiederholungsfehler“

Da das Textverständnis zentral ist, steht bei der Fehlergewichtung der Grad der Sinnverfehlung im Vordergrund (vgl. Bezüge KLP 1./2./3.).

In den aktuellen KLP gibt es im Gegensatz zu den Lehrplänen Sek. I von 1993 und Sek. II von 1999 weder eine klare Fehlerdefinition noch eine maximale Fehlergrenze bei Fehlernestern. Daraus resultiert, dass eine einheitliche Fehlerbewertung eine Herausforderung darstellt. Erfreulich ist daher die Tendenz, eine klare Gewichtung vorzugeben.

Der Duisburger Arbeitskreis geht davon aus, dass eine maximale Fehlerzahl festzulegen ist, die sich an der Textlänge orientiert. Da in den Kernlehrplänen 12 bzw. 10 Fehler auf 100 Wörtern für die Note „ausreichend“ festgeschrieben sind, setzt der Arbeitskreis die maximale Fehlerzahl, mit der die Note „ungenügend“ abgedeckt ist, auf eine ca. doppelte Fehlerzahl (also 20 – 24 Fehler) fest. Von diesen Werten ausgehend, werden die übrigen Noten den Fehlerzahlen zugeordnet.

Im Erwartungshorizont sollen konkrete Messeinheiten festgelegt werden, deren Größe so festzulegen ist, dass eine Messeinheit sinntragend ist. Summiert man die einzelnen Messeinheiten, denen konkrete Fehlergewichtungen zugewiesen sind, ergibt sich eine maximale Gesamtfehlerzahl.

Sinnvoll ist es nach eigenen Erfahrungen, aber auch nach der Aussage der Autoren (S. 63), dass die Satzgrenze Maßstab für diese Messeinheiten sind; bei komplexen Sätzen möglicherweise auch längere Kola.

Wird ein wie in M 1 vorgeschlagener Erwartungshorizont in jedem Fall verbindlich gemacht, ergibt sich für jeden Fachlehrer allerdings Mehrarbeit. (vgl. M 1, S. 67 f.) Daher spricht sich der Vorstand dafür aus, die Art der Vorbereitung der Korrektur dem Fachlehrer zu überlassen.

  • Schritt 4 „Fehlerbewertung“

Der Arbeitskreis schlägt vor, die Einteilung in Verstehenskategorien (Textverständnis ABC) vor der Detailkorrektur vorzunehmen. Damit soll wohl der Möglichkeit vorgebeugt werden, dass die Note allein nach der ermittelten Fehlerzahl festgelegt wird. Die bisherigen Lehrpläne gingen jedoch davon aus, dass Fehlerzahl und Verstoß gegen das Textverständnis weitgehend kongruent sind, was durch die Erfahrung auch bestätigt werden kann; auch die Kernlehrpläne setzen das voraus.

Der Arbeitskreis legt für die Detailkorrektur, ohne nähere Begründung, fest: „Wichtig ist, dass nur ein ganzer Fehler auf ca. 5 Wörter vergeben wird.“(a.a.O. S. 63). Er geht dabei davon aus, dass nur noch halbe Fehler angerechnet werden können und es „bei einem kompetenzorientierten und auf das Textverständnis ausgerichteten Bewertung … keine Einteilung der Fehler in verschiedene Wertungsklassen <gibt>“ (a.a.O., S. 64). Die Meinung des Vorstands dazu lautet: Diese beiden Setzungen sind nicht in den KLP verankert. Sie werden vom Arbeitskreis auch nur mit der „Erreichbarkeit“ der Note 4 gerechtfertigt. Eine Korrektur, die den Nachweis bzw. das Fehlen von Kompetenzen bewertet, muss bei Verstößen über das Instrument abgestufter Gewichtungen verfügen und es auch anwenden dürfen. Sonst wird der Grundgedanke jeder Korrektur ad absurdum geführt, dass der Schüler das Ausmaß seines jeweiligen Verstoßes erfahren muss und dass zu viele Verstöße eine ausreichende Leistung verhindern.

Wenn der Grad der Sinnverfehlung bei der Fehlergewichtung im Fokus steht, bedeutet dies gleichfalls, dass nicht jeder Fehler gleich gewichtet werden kann. Da das Ziel eine Übersetzung, keine Paraphrase ist (vgl. mikroskopische Textarbeit), müssen innerhalb einer Messeinheit Verstöße im Bereich Formenlehre, Vokabular, Syntax bei der Fehlerbewertung nach Grad der Sinnentstellung berücksichtigt werden. Dies geht eindeutig auch aus den Kompetenzbeschreibungen hervor. Der Satz „eine lernzieltaxonomische Hierarchisierung von Fehlern <sei> nicht mehr möglich“ (S.64) ist daher unverständlich.

Es ist selbstverständlich, dass man den Schwierigkeitsgrad der Klassenarbeit so auswählt, dass der Großteil der Schüler die Klassenarbeit dem Fehlerquotient entsprechend bewältigen kann. Das Ziel der Fachkollegen ist es, insgesamt gute Ergebnisse in Klassenarbeiten zu erzielen, um die lateinische Sprache weiter zu fördern, und nicht mit schlechten Ergebnissen ein Exempel zu statuieren.

Des Weiteren sollten in der Lehrbuchphase die aktuellen Schwerpunkte der Grammatik, die in der entsprechenden Klassenarbeit abgefragt werden, stärker gewichtet werden, um auf die Lektüre von Originaltexten adäquat vorzubereiten.

Nach der Vorstellung des Arbeitskreises muss bei Fehlernestern die Fehlerursache, d.h. der Primärfehler, ermittelt werden. Verstöße, die deutlich aus bereits bewerteten Fehlern herleitbar sind, erfahren keine Gewichtung. Aber es kann nicht sein, dass bei fünf lateinischen Wörtern grundsätzlich nicht mehr als ein Fehler angerechnet werden darf.

Übersetzungen, die gegen die sprachliche Norm der deutschen Sprache verstoßen, werden nur dann als Fehler gewertet, wenn sie die Verständlichkeit der Übersetzung beeinträchtigen (vgl. Grad der Sinnentstellung). Andernfalls sind sie zu kennzeichnen und bei der Festsetzung der Notenstufe angemessen zu berücksichtigen. Da im Lateinunterricht gerade der sprachliche Ausdruck trainiert werden soll, muss dieser in der Gesamtbewertung auch angemessen berücksichtigt werden.

  • Schritt 5 „Würdigung besonders gelungener Lösungen und Benotung“

Die Würdigung besonders gelungener Lösungen ist bei Originaltexten sinnvoll, bei denen Wendungen nicht 1:1 von der einen in die andere Sprache übertragen werden können (vgl. Bezüge KLP 3.). In der Lehrbuchphase, d.h. im Spracherwerbsprozess, ist dieser Fall die Ausnahme, da Lehrbuchtexte entsprechend konzipiert sind -> eine Differenzierung zwischen Lehrbuch– und Originaltexten ist bei Schritt 5 unumgänglich. Der KLP Sek. I enthält aktuell auch keinen Hinweis auf die Würdigung besonders gelungener Textstellen.

Fazit

Das Duisburger Modell zeigt einen Ansatz auf, wie zwei unterschiedliche Messverfahren in Einklang gebracht werden können, um das inhaltlich-sprachliche Textverständnis zu bewerten. Die im AU-Artikel geäußerten Bedenken bzgl. einer einheitlichen Fehlerbewertung und einer Vernachlässigung der sprachlichen Dimension im Hinblick auf fundiertes Textverständnis durch mikroskopische Textarbeit sind nachvollziehbar. Daher muss das Duisburger Modell in der Praxis modifiziert bzw. weiter ausdifferenziert werden. Wünschenswert ist, dass die neuen KLP klare Rahmenbedingungen schaffen, um eine einheitliche Bewertung der Übersetzungsleistung zu gewährleisten.

Grundsätzlich wird die Entwicklung des Duisburger Modells vom DAV begrüßt. Es ist erforderlich, die infolge allgemeinpädagogisch-politischer Erwägungen erzeugte Leerstelle in den bisherigen Kernlehrplänen in einer Weise zu füllen, die der Kompetenzorientierung nicht entgegensteht. Das ist dem Arbeitskreis ohne Zweifel gelungen. Die obligatorische Berücksichtigung des Textverständnisses insgesamt bei der Bewertung ist ebenso hervorzuheben wie die Überlegungen, auf welche Weise besonders gelungene Wiedergaben im Deutschen angemessen in die Bewertung einfließen können. Auch die konkreten Anweisungen für die Detailkorrektur sind grundsätzlich für den Fachlehrer hilfreich und leicht anzuwenden.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Mehrbelastung der Fachlehrer durch ein schematisches Verfahren zur Ermittlung des Inhaltsverständnisses, das wesentlich weniger aufwändig gemessen werden kann, sowie gegen pauschale Festlegungen, bei denen der Wunsch, die Fehlerzahlen in Klassenarbeiten zu senken, der Vater des Gedankens zu sein scheint. Es ist zweifellos erforderlich, Korrekturverfahren immer wieder daraufhin zu überprüfen, ob sie dem Leistungsvermögen von Schülern noch gerecht werden. Auf der anderen Seite stellt der Unterricht der lateinischen (und griechischen) Sprache nun einmal einen hohen Anspruch, der in Klassenarbeiten und Klausuren auch eingelöst werden muss. Dieser Anspruch zielt auf die Befähigung zur historischen Kommunikation mit den lateinischen bzw. griechischen Texten als Richtziel des Altsprachlichen Unterrichts. Darüber hinaus ist das Ziel die Befähigung zu differenziertem Umgang mit und Gebrauch von Sprache als Grundqualifikation eines Gymnasialschülers überhaupt, also das, was derzeit als „sprachsensibler Fachunterricht“ unterwegs ist. Dazu können gerade die Alten Sprachen einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag leisten, sofern auch bei Leistungsüberprüfungen der Anspruch auf sprachliche Genauigkeit aufrecht erhalten wird.

Yvonne Staier, Dr. Nikolaus Mantel (für den Vorstand des DAV)

 

Pressespiegel: Suitbertus-Gymnasium in Düsseldorf : Gymnasiastin Lisa lernt „die Sprache Europas“

Aus der RP Online:

Die 16-jährige Lisa Zhu aus Düsseldorf ist Expertin für alte Sprachen. Mit ihrer Latein-Leidenschaft hat sie sich schon jetzt eine finanzielle Unterstützung für ihr Studium gesichert.

Totgesagte leben länger, sagt man. Ein Sprichwort, das sich nicht nur auf den Menschen übertragen lässt. Denn auch wenn die lateinischen Muttersprachler seit Jahrhunderten ausgestorben sind – ihre Sprache lebt an vielen Schulen weiter –  auch wenn die Nachfrage seit einigen Jahren zurückgeht. Immer mehr Schüler weichen auf „lebendige“ Sprachen wie Spanisch, Französisch oder Italienisch aus. Latein sei „wirklich tot“, lautet der Konsens unter den Schülern.

Zum Artikel:

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/suitbertus-gymnasium-in-duesseldorf-16-jaehrige-gewinnt-studienpreis-mit-latein_aid-35669347

 


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