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Allgemein

Neue Stundentafel G9: Eingabe an das Schulministerium

Auf die besorgten Nachfragen vieler Kollegen und Kolleginnen von 50 Schulen unseres Landes mit humanistischem Profil hat der DAV eine Eingabe an den Staatssekretär des Schulministeriums, Herrn M. Richter, formuliert und dabei deutlich die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die neue Stundentafel von G9 erhebliche Stundenkürzungen im Lateinunterricht ab Klasse 5, also finstere Wirkungen auf einen fundierten früh einsetzenden Lateinunterricht, mithin eine Gefahr für die Existenz von Gymnasien mit humanistischem Profil bedeuten würde. Äußerungen, mehr Stunden seien möglich, warten auf die Bestätigung und den Hinweis auf die konkrete Umsetzung. Wir sind gespannt.

Lesen Sie hier den vollständigen Text des Schreibens, das der DAV Nordrhein-Westfalen nicht nur an den Staatssekretär, Herrn Richter, sondern auch an die schulpolitischen Sprecherinnen der CDU - (Frau Vogt) und der FDP (Frau Müller -  Rech) und den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU, Herrn Dr. Optendrenk gesendet hat:


Herrn Staatssekretär
Mathias Richter
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen,
40190 Düsseldorf

Betr.: Stundentafel für das neunjährige Gymnasium - Schulen mit Lateinunterricht in Klasse 5
Essen, d. 17. November 2018

Sehr geehrter Herr Staatssekretär!

Den Deutschen Altphilologenverband erreichen derzeit immer mehr Klagen von Kollegen, die an den noch 49 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen unterrichten, in denen in Klasse 5 Lateinunterricht angeboten wird. (Außerdem wird an der Laborschule Bielefeld Lateinunterricht in Klasse 5 angeboten.) Ursache ist der Entwurf der Stundentafel für G9, der zu Anfang September den Schulen zugeleitet wurde. In der Stundentafel sind für den Fremdsprachenunterricht (im folgenden FU genannt) für die Klassen 5 und 6 nicht mehr als 9 Stunden angesetzt. Im alten G9-System standen den Gymnasien mit Lateinbeginn 14 (= 2x7) Stunden zur Verfügung, und sie konnten selbst entscheiden, ob sie Latein mit 5 und Englisch mit 2 Stunden anboten oder ein 4:3-Modell wählen wollten. In dieser Zeit gab es damit keinerlei Schwierigkeiten.

Die neue Stundentafel zwingt die Gymnasien aber nun dazu, Lateinunterricht auf einen Umfang von 3 oder sogar 2 Stunden pro Schuljahr zu kürzen, wenn sie sich nicht im Bereich der Ergänzungsstunden erhebliche Einschränkungen auferlegen wollen. Dazu sind heutige Schulleiter, sicher aus guten Gründen, nicht mehr bereit. Die Lateinfachschaften können ebenfalls aus guten Gründen einen derart radikal verkürzten Unterricht kaum noch befürworten. Es ist abzusehen, dass die Anzahl der Latein-5-Gymnasien, die die G8-Jahre und die Ära Löhrmann noch überstanden haben, jetzt dramatisch vermindert wird, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Das wäre ein besonders schmerzhafter Verlust im Bereich der Schullandschaft in NRW. Die meisten dieser Gymnasien sind traditionsreiche altsprachliche Gymnasien, deren Geschichte zum Teil bis in die Zeit der Reformation zurückreicht. Aus ihnen sind zu allen Zeiten bedeutende Persönlichkeiten der Wissenschaft, der Staatsverwaltung, auch große Techniker und Ingenieure hervorgegangen. Der Lateinunterricht ab Klasse 5 ist für diese Schulen ein Kernelement ihres besonderen Profils. Abgesehen davon setzt die Politik der Landesregierung auf die Vielfalt der Angebote. Eine „Einfalt“ im Bereich des FU, wie sie jetzt zu erwarten ist, stünde im krassen Gegensatz dazu.

Mein Kollege Dr. Norbert Gertz, ehemaliger Lehrer am Ratsgymnasium Bielefeld, hat Sie, sehr geehrter Herr Staatssekretär, auf das Problem bereits persönlich angesprochen und teilte mir mit, dass Sie eine große Bereitschaft gezeigt haben, sich um die Frage zu kümmern. Auf das Erscheinen der überarbeiteten Stundentafel und der neuen Lehrpläne können die Schulleitungen nicht warten. Sie müssen jetzt, in diesen Tagen, entscheiden, welche Angebote ihre Schulen unter G9-Bedingungen machen wollen, weil auch die Tage der Offenen Tür anstehen.

Daher bittet Sie der Deutsche Altphilologenverband: Handeln Sie bitte sofort! Bitte bestärken Sie die Leitungen der betroffenen Schulen darin, den Lateinunterricht in Klasse 5 fortzusetzen, und kündigen Sie im Bereich des FU eine Änderung der Stundentafel an, die den Schulen ermöglicht, ein ausreichendes Stundenangebot für Latein zu machen, ohne auf Ergänzungsstunden zurückgreifen zu müssen.

 

Römisch-Germanisches Museum Köln: Öffnungszeiten 2018

HINWEIS: Das Römisch-Germanische Museum in Köln ist noch bis zum Ende des Jahres 2018  geöffnet; weitere Informationen finden Sie unter

http://www.roemisch-germanisches-museum.de

 

Stellungnahme des DAV NRW zur Frage der 2. Pflichtfremdsprache im neuen G 9

Der DAV NRW wendet sich mit Nachdruck gegen eine Einführung des Lateinischen als zweiter Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 6 mit der bisherigen Stundenverteilung, so dass mit Abschluss der Jahrgangsstufe 10 das Latinum formal erreicht werden könnte.

Die Wiedereinführung von G9 wurde vor allem deswegen gefordert, um die Kindern an unseren Schulen zu entlasten. Die Einführung der zweiten Fremdsprache schon ein Jahr nach der systematischen Einführung der ersten Fremdsprache bleibt aber nach wie vor eine Belastung der uns anvertrauten Kinder. Die Rückmeldungen von Eltern wie von Kollegen oder Kolleginnen nicht nur unserer Fachrichtungen weisen darauf hin.

Der Gedanke, rein rechnerisch die Stundenzahl zwischen 6. und 10. Klasse ebenso abzudecken wie zwischen 7. und 11. Klasse und damit den Erwerb eines qualifizierten Sprachzertifikats zu begründen, greift auf qualitativer, pädagogischer und bildungsorientierter Ebene zu kurz. Schülern und Schülerinnen können in einer frühen oder jungen Entwicklungsphase der Jahrgangsstufe 6 nicht in derselben Intensität und Qualität sprachliche Inhalte und Phänomene dargelegt werden wie bei einem Einsatz der 2. Fremdsprache in Jahrgangsstufe 7. Dies wäre aus pädagogischer Sicht nach wie vor eine Belastung.

Außerdem ist zu beachten, dass für die Klasse 6 relevante grammatische Begriffe und Sachverhalte im vorlaufenden Deutschunterricht häufig nicht zugrunde gelegt werden. Neben der Sprachreflexion ist ein wesentlicher Inhalt des altsprachlichen Unterrichts der Zugang zu Basistexten der europäischen Kultur, um die Bildung der uns anvertrautenSchülerinnen und Schüler zu fördern. In der Lektürephase der Jahrgangsstufen 9 und 10 ist dieser Zugang wiederum wegen des Entwicklungsstandes dieser Altersstufen zumindest erschwert, auch dies zeigen die Erfahrungen von G8. Wenn wir vertiefte fachbezogene Bildung wieder zum Ziel nordrhein-westfälischer Schulpolitik machen wollen, wird das Erreichen dieses Ziels erheblich behindert.

Schließlich dürfte der Erwerb des Latinums nach der Jahrgangsstufe 10 dazu führen, das Fach Latein nicht in die 11 weiterzuwählen. Aufgrund des Zuwahlverbots ist damit zu erwarten, dass Latein als Fach in der Oberstufe für Grund- und Leistungskurse nicht mehr angewählt wird. Die Aussage des Philologenverbandes Nordrhein-Westfalen, der gerade in diesem Wegfall der 2. Fremdsprache nach Kl. 10 einen Vorteil sieht, weist der DAV mit Nachdruck zurück.Aus diesen Gründen befürwortet der DAV NRW grundsätzlich die Einführung der zweiten Fremdsprache in Klasse 7 und der dritten, insbesondere des Griechischen, in derJahrgangsstufe 9, wie es sich in der Laufbahn des G9 früher bewährt hat.Daneben sieht der DAV NRW durchaus auch folgende Möglichkeit: Einführung der zweiten Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 6, Erwerb des Latinums nach der Jahrgangsstufe 11. Dies ist unsere Wunschvorstellung, denn sie böte die Möglichkeit, gerade den Beginn der Spracherwerbsphase behutsamer, gründlicher und langsamer gestalten zu können und damit die Schülerinnen und Schüler zu entlasten. Andererseits dürfte so auch gewährleistet sein,einen ebenso altersgerechten wie adäquaten Zugang zu den Basistexten der Lektürephase zu ermöglichen. Zum dritten besteht so auch der Anreiz, das Fach Latein in der Oberstufeweiterzubelegen. Die Erfahrungen des DAV in Niedersachsen bestätigen diese Überlegungen

 

Neue Juniorprofessur in Wuppertal für Didaktik des Lateinischen

3731129208An der Bergischen Universität Wuppertal ist eine Juniorprofessur für Didaktik des Lateinischen neu eingerichtet worden: 

Wuppertal. Dr. Monika Vogel (35), zuvor Studienrätin am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium Wuppertal, ist neue Junior-Professorin für Didaktik des Lateinischen an der Bergischen Universität Wuppertal.

Einen Pressebericht finden Sie in der Wuppertaler Rundschau:

http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/vom-wdg-an-die-uni-aid-1.6348804

 

Griechisch in der Zeitschrift "Der Altsprachliche Unterricht"

nav-griechisch-au-teaserDr. Benedikt Simons hat eine Übersicht erstellt über alle Artikel des Altsprachlichen Unterrichts, die das Griechische betreffen. Durch eine übersichtliche Gliederung ist ein gezielter Zugriff möglich.

Folgende Rubriken finden Sie hier:

  • Didaktisches
  • Dichtung
  • Tragödie
  • Komödie
  • Historiographie
  • Philosophie
  • Rhetorik/Reden
  • Kaiserzeitliches
  • Neues Testament
  • Archäologisches
  • Epigraphisches/Numismatisches
  • Rezeption
  • Neugriechisch
  • Diverses
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