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Unterricht in der zweiten und dritten Fremdsprache für die Zeit nach den Osterferien: Antwort an Staatssekretär Mathias Richter

Herr Staatssekretär Richter hat sich am 31. März für unsere Vorschläge zur Behandlung der zweiten und dritten Fremdsprache während der Coronapandemie (Brief vom 13.03.21) bedankt und will sie in seine weiteren Überlegungen einfließen lassen. Die Landesverbände des DAV, des VdF und des DSV haben am 1. April darauf geantwortet und bitten weiterhin um ein Gespräch und um explizite Hinweise in einer neuen Schul-E-Mail.


 

An Herrn
Staatssekreta
̈r Mathias Richter Ministerium für Schule und Bildung Düsseldorf

01.04.2021

Unterricht in der zweiten und dritten Fremdsprache für die Zeit nach den Osterferien

- Ihr Schreiben vom 31.03.21

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Richter,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben. Wir danken ebenso für das in der Schulmail vom 25.03.21 offerierte Gesprächsangebot für Vertreter*innen der Lehrerverbände. In dieser Funktion möchten wir Ihnen bereits jetzt darlegen, welche Alternativen für den Unterricht in den Zweiten und Dritten Fremdsprachen wir uns nach den Osterferien vorstellen.

Die Zweiten und Dritten Fremdsprachen werden nur in ganz wenigen Ausnahmen im Klassenverband unterrichtet. Daher ist es unabdinglich, dass die Schüler*innen der Zweiten und Dritten Fremdsprachen in festen Lerngruppen zusammenkommen bzw. als Lerngemeinschaften unterrichtet werden.

In den allgemeinen Informationen zum Schulbetrieb führen Sie im Unterpunkt Präsenzunterricht und Klassenteilung zwar aus, dass „für die Fremdsprachen bzw. den Wahlpflichtbereich Anpassungen erforderlich und die Schulen, die für sie besten Möglichkeiten wählen können.“
Gleichwohl formulieren Sie in der Schulmail vom 05.03.21, dass eine „Durchmischung im Rahmen der äußeren Differenzierung, im Wahlpflichtbereich sowie im Unterricht der zweiten Fremdsprache vermieden“ werden soll. In der Praxis wird dies als Verbot der Fortführung der bisherigen Lerngruppen gelesen, denn Schulleiter*innen verstehen: Die Schüler*innen sind im Klassenverband zu halten und mit Aufgaben zu versorgen. Die Möglichkeiten der Anpassung werden daher sehr selten erwogen.

Die Praxis seit dem 15.0.3.21 zeigt, dass Hauptfächer, die einen erheblichen Teil zur Denkentwicklung der Schüler*innen beitragen und wesentliche Sprachqualifikationen vermitteln, nur in einer notbetreuungsähnlichen Form erteilt werden. Fachlehrer*innen werden zur Aufsicht statt zum qualifizierten Unterricht eingesetzt, müssen sogar in vielen Fällen zwischen fünf Lerngruppen während einer Stunde hin und her springen. Das bedeutet: erhöhtes Infektionsrisiko und erschwertes Arbeiten für Schüler*innen und Lehrer*innen. Echte Lernbegegnungen mit Einführung der Aufgaben und Sichern der Lernfortschritte sind nicht möglich.

Welche Alternativen sehen wir?

An allen Schulen werden Notbetreuung und vielerorts auch Lernräume angeboten, in denen Schüler*innen der Sek I lernen können. In diesen wechselnden Schüler*innengruppen werden unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln sowie einer engmaschigen Dokumentation Schüler*innen aus verschiedenen Klassen und Jahrgangsstufen in einem Raum betreut bzw. beaufsichtigt.
In allen Jahrgängen der Oberstufe werden die Schüler*innen im Kurssystem unterrichtet. Während dies in den Jahrgängen der Qualifikationsphase in voller Präsenz stattfindet, sind die Kurse der Einführungsphase durch den Wechselunterricht deutlich reduziert.

Schüler*innen der Sek I sind in der Regel als halbe Klasse anwesend, da der andere Teil in Distanz lernt. Genauso träfe dies für alle Sprachgruppen bzw. festen Lerngruppen im Wahlpflichtunterricht zu.

Die Lerngruppen in der zweiten und dritten Fremdsprache sind feste Lerngruppen, die Anwesenheit wird dokumentiert. Daher bitten wir dringend zu prüfen, ob diese nicht wie die Kurse der drei Jahrgänge der Oberstufe sowie die Gruppe der Notbetreuung nach den Osterferien wieder in Präsenz eingerichtet werden können.

Wenn die Stunden in den Zweiten Fremdsprachen und im Wahlpflichtbereich in den Randstunden liegen oder gelegt werden, könnten diese nach dem Präsenzunterricht in Distanz bzw. als Videokonferenzen für die dann ungeteilte Lerngruppe abgehalten werden. Niemand weiß, wie sich die Situation nach den Osterferien entwickeln wird, aber für die Fremdsprachen wäre es besser, Distanzunterricht als keinen Unterricht erteilen zu können.

Wir bitten daher darum, in der nächsten Schulmail die Zweiten und Dritten Fremdsprachen explizit zu thematisieren und den Schulleitungen gegenüber eindeutig zu formulieren, wie ein gemeinsamer Unterricht in der festen Lerngruppe ab dem 12. April 2021 möglich sein kann:


- im Wechselunterricht mit einer Anwesenheit von in der Regel der halben festen Lerngruppe in Präsenz,
- im Distanzlernen durch Verlagerung der Unterrichtsstunden an den Tagesbeginn oder das Tagesende.

Wir würden es begrüßen, wenn Sie mit uns, den Fremdsprachenverbänden, auch das direkte Gespräch suchten, wie Sie es in Ihrer Schulmail vom 25. März angekündigt haben.

Wir hoffen sehr auf Ihr Verständnis und verbleiben mit freundlichen Grüßen
für die Landesverbände
des DAV

Dr. Susanne Aretz
Dr. Matthias Laarmann Maximilian Nießen

der VdF
Andreas Nieweler Ulrike C. Lange

des DSV Thomas Döring Cornelia Walter