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Stellungnahme des DAV NRW zum Entwurf des Kernlehrplans Sek I (Gesamtschule/Sekundarschule) im Fach Latein im Rahmen der Verbändebeteiligung

Zusammen mit weiteren einzelne Fremdsprachen betreffenden Entwurfsvorlagen wurde am 08.03.2021 der interessierten Öffentlichkeit sowie den Fachverbänden der Lehrplanentwurf für das Fach Latein in der Sekundarstufe I für die Schulformen Gesamtschule/Sekundarschule im G9-Bildungsgang für eine konstruktiv-kritische Begutachtung vorgelegt (https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/klp_SI/verbaende/gesk/gesk_l_klpentwurf_vb_2021_03_08.pdf). Seit dem 11.03.2021 hat sich auch der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Altphilologenverbands im Rahmen der Verbändebeteiligung intensiv mit diesem Entwurf auseinandergesetzt.

Konkrete Änderungswünsche für die bestehende Entwurfsvorlage gibt es seitens des DAV NRW keine. Einige wichtige Beobachtungen seien aus Sicht des DAV NRW dennoch erwähnt:

Der uns vorliegende Lehrplanentwurf lässt durch seine deutliche Orientierung am Sek-I-Kernlehrplan des Gymnasiums durchgehend erkennen, dass Gesamtschüler*innen keineswegs ein anderes Latein lernen als Gymnasiast*innen. Diese Orientierung an und Aufrechterhaltung von fachlichen Standards ist aus Sicht des DAV sehr zu begrüßen. Zugleich wird den Rahmenbedingungen des Lateinunterrichts in den Schulformen Gesamtschule/Sekundarschule aus Sicht des DAV NRW in angemessener Weise Rechnung getragen:

So ist ein Verzicht auf die in den Sek-I-Kernlehrplänen des Gymnasiums für den G9-Bildungsgang neu eingeführten „Stufigkeit“ gemessen an den schulischen Bedingungen der Gesamtschule/Sekundarschule sinnvoll und zu begrüßen, da sie zu einer größtmöglichen Flexibilisierung der Unterrichtsgestaltung im Fach Latein beiträgt. Die Art und Weise, wie sich dieser Verzicht auf Stufen im Text des Kernlehrplanentwurfs ausdrückt, verlangt aus Sicht des DAV NRW allerdings nach einer guten Erläuterung im Rahmen transparenter Implementationsveranstaltungen, damit der Eindruck vermieden wird, der Kernlehrplan für die Gesamtschule stelle gar höhere Ansprüche an die Schüler*innen als sein gymnasiales Pendant. Vor diesem Hintergrund regt der DAV NRW an, auf die Aussagen zum Umfang des Grundwortschatzes (vgl. S. 15 der Entwurfsfassung) möglichst zu verzichten.

Mit Blick auf die Gesamtschule/Sekundarschule sind zudem eine behutsame Integration von Elementen des Medienkompetenzrahmens (z. B. kollaboratives Arbeiten unter Verwendung digitaler Werkzeuge; vgl. S. 16, 22 der Entwurfsvorlage) sowie von Aussagen zur Verbraucherbildung und Berufsbildung sehr gelungen.

Der DAV NRW möchte sich insgesamt für die bestehende Entwurfsvorlage aussprechen und abschließend für die konstruktive Zusammenarbeit im Rahmen der Verbändebeteiligung bedanken.

Für den DAV NRW

Dr. Susanne Aretz – Vorsitzende DAV NRW, Fachleiterin für Latein im ZfsL Bochum, StD'  am Neuen Gymnasium Bochum;

Johannes Maximilian Nießen, M.Ed. – stellvertretender Vorsitzender DAV NRW für die Region Nordrhein, StR am Städtischen Kaiser-Karls-Gymnasium Aachen;

Marina Keip – Sachverständige für den Bereich Didaktik im DAV NRW, Fachleiterin für Latein im ZfsL Duisburg, StD' am Reinhard-und-Max-Mannesmann-Gymnasium Duisburg, langjährige Lehrtätigkeit an einer Gesamtschule.